Wie Sie beim Kauf einer Immobilie evtl. den Makler sparen können

In der letzten Ausgebe der Insider-Tipps fanden Sie eine Beispielrechnung, wie 7.200 € Maklercourtage die Eigenkapitalbasis dermaßen schmälern, dass Sie zu einem Zinsmehraufwand von ca. 22.000 € führen. Das ist vielen Immobilienkäufern oftmals nicht voll bewusst. Wer das einmal verinnerlicht hat, der sucht natürlich nach Möglichkeiten, wie man den Makler möglichst vermeiden kann. Zu Beginn jedoch  einige grundsätzliche Ausführungen:

 

Erst einmal muss man sich klar sein, dass die Maklercourtage nicht auf den Wert der Immobilie aufgeschlagen werden sollte. Ein Makler hilft aus meiner Sicht in erster Linie dem Verkäufer seine Immobilie zu verkaufen. Somit sollte der Makler auch vom Verkäufer bezahlt werden. Also sollte bei einer ausgewiesenen Maklercourtage, die vom Käufer gezahlt werden soll, gelten:

Der Wert einer Immobilie Minus (-) zu zahlende Maklercourtage = gerechtfertigter Preis.

In vielen Fällen muss man den oftmals zu hohen Preis verhandeln und dazu noch die hohe Maklercourtage – das ist fast unmöglich. Selbst wenn Sie es schaffen, den Preis der Immobilie auf den Wert zu drücken, den Sie Ihrer Meinung nach auch wert ist – um die Maklerkosten bekommen Sie den Preis fast nie gedrückt – also zahlen Sie automatisch zu viel…

 

Voraussetzung ist für Sie als Käufer also zu allererst, den Preis zu finden, den Sie bereit sind, für eine bestimmte angebotene Immobilie zu zahlen. Wenn Sie sich lange genug mit der Immobiliensuche Zeit nehmen und den Markt eine Weile beobachten, dann bekommen Sie ein Gefühl dafür, was für Preise für eine bestimmte  Immobilie an einem bestimmten Standort und einer bestimmten Größe gezahlt werden müssen.  Dem entsprechend sollte man auch verhandeln und dann entscheiden, ob sich der Kauf für Sie lohnt. Wenn der Preis, den Sie zahlen möchten, all zu hoch über dem Marktpreis liegt, dann bekommen Sie sowieso Probleme bei der Finanzierung, denn auch die meisten Banken schätzen den Wert einer Immobilie ein anhand gesammelter Marktdaten. Wer zu teuer kauft muss entweder mehr Eigenkapital aufwenden (für den Ausgleich der Mehrkosten und/oder den Makler) oder Sie bekommen schlicht und einfach einen schlechteren Zinssatz.   

 

Einige Makler arbeiten bereits fortschrittlich und lassen sich wirklich vom Verkäufer bezahlen. Auch dann gilt das oben gesagte – man muss allerdings nur noch über den Preis verhandeln, die Maklercourtage ist nicht mehr Gegenstand der Verhandlungen, genauso wie bei Privatangeboten. Man muss also „nur“ noch einschätzen – ist der angebotene Preis auch der Preis,, den Sie für angemessen halten – das macht die Sache  natürlich viel entspannter.

 

Klar ist, oftmals kommt man um die Maklercourtage nicht drum herum, gerade in den städtische Gebieten z.B. in Berlin und Potsdam ist das besonders schwer, den Maklern aus dem Weg zu gehen. Aber je ländlicher es wird, um so größere Chancen hat man. Auf jeden Fall sollte man einige Hinweise beachten, vielleicht gelingt es dem einen oder anderen dadurch viel, viel Geld zu sparen:

  • ·         Viele Leute, die eine Immobilie suchen,  suchen konsequent z.B. bei Immobilienscout24 nur nach provisionsfreie Immobilien. Wer es nicht eilig hat, für den ist das ok. Andererseits bleiben damit viele andere Angebote, die auch in Frage kommen könnten, außen vor.
  • ·         Wer in recht kurzer Zeit eine passende Immobilie sucht, sollte auf alle Immobilien zurückgreifen, auch wenn sie von Maklern mit Käuferprovision angeboten werden. Allerdings sollte man nicht gleich zum Telefonhörer greifen oder gleich eine E-Mail schreiben, wenn man sich für so angebotene Immobilien interessiert. Vielmehr sollte man versuchen, den Dedektiv in sich zu wecken. Machen Sie sich die Mühe, und versuchen Sie anhand der Beschreibung und der Fotos herauszubekommen, um welche Immobilie es sich handelt bzw. versuchen Sie den genauen Standort der Immobilie herauszubekommen. Wie oben erwähnt ist das natürlich in ländlichen Gebieten einfacher als in dicht besiedelten Gebieten- aber unmöglich ist es meist nicht.
  • ·         Wenn Sie wissen, wo die Immobilie sich ungefähr befindet, fahren Sie dort hin – am besten am Wochenende oder am späten Nachmittag oder Abend – verbinden Sie es z.B. mit einer Fahrradtour. Damit schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe . Einmal lernen Sie Ihr mögliches zukünftiges Umfeld kennen und zum anderen ist die Chance größer auch jemanden in der Immobilie oder aus der Nachbarschaft anzutreffen. Haben Sie die gewünschte Immobilie gefunden und Sie gefällt von der Lage und dem äußeren Schein gilt es, die Scheu zu überwinden und Kontakte zu knüpfen – in der näheren Umgebung und idealer Weise in der Immobilie selbst (wenn sie noch bewohnt ist). Reden Sie offen über Ihre Absichten (manchmal wissen die Nachbarn gar nichts über die Verkaufsabsichten). So lernen Sie einerseits ihre möglichen neuen Nachbarn kennen und zum anderen werden Sie erstaunt sein, was Sie über die Immobilie, deren Besitzer und ggf. die Umstände des Verkaufs herausbekommen. Da erfahren Sie oftmals viel mehr Dinge, die wahrscheinlich der Makler nicht mal weiß. Falls Sie da Hemmungen haben, nehmen sie sich einen engen Vertrauten mit, der keine Hemmungen hat, offen auf die Leute zuzugehen. Vergessen Sie nicht, das kann so viel Geld sparen – oftmals ein ganzes Jahresnettoeinkommen. Oder wollen Sie etliche Monate im Leben nur für den Makler arbeiten?
  • ·         Wenn Sie bei Ihren Recherchen sogar den Verkäufer selbst treffen oder herausbekommen, wer der Verkäufer ist, dann haben Sie es  fast geschafft. Die meisten Makler, die die Provision vom Käufer verlangen haben keine Alleinaufträge – das bedeutet, findet der Verkäufer selbst einen Käufer, dann kann er selbst ohne den Makler seine Immobilie verkaufen. Machen Sie dem Verkäufer klar, dass Sie nicht bereit sind einen Makler zu bezahlen und dass Sie keinen Kontakt zu einem Makler möchten. Das ist besonders wichtig – denn sobald der Makler Ihre Daten hat (Namen und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse), dann steht ihm auch die Maklercourtage zu, auch wenn Sie alles allein mit dem Verkäufer regeln – also kein Kontakt zum Makler und keine Daten an den Makler.
  • ·         Zu guter Letzt möchte ich ihnen noch einige Links mit auf den Weg geben – diese Internetseiten haben nur Angebote ohne Maklercourtage – zugegeben ist das Angebot noch nicht sehr berauschend – aber man kann ja auch mal Glück haben. Und denken Sie daran, diese hohen Maklergebühren können nur genommen werden, weil die meisten Menschen sich dem ausgeliefert fühlen. Je mehr Menschen sich dagegen wehren und etwas unternehmen bzw. nicht bereit sind diese (zu) hohen Gebühren zu zahlen, um so erfolgreicher kann man dagegen ankämpfen.

 

         http://www.ohne-makler.net/

 

         http://www.imakler.de/immobilie-kaufen.html

 

         http://www.immoforless.de/immobilien-kaufen.html?misid=8740fafff473895f59050b3c82f70e44

 

        http://www.ebay-kleinanzeigen.de

 

Ich wünsche all denen, die noch eine Immobilie suchen viel Erfolg. Bitte berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen bei dem Versuch, die hohen Maklergebühren zu sparen – ich werde dies (anonym) auswerten und veröffentlichen, damit ggf. alle Betroffenen davon lernen können.

 

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