Mit welchem Anschlusszins (Planungszins) sollte man rechnen?

Das Thema Anschlusszins wird bei den meisten Bankberatern und sonstigen Finanzierungsvermittlern so gut wie ausgeblendet. Meist werden die verlockend günstigen 10-jährigen Konditionen angeboten. Wenn Sie das Angebot dann in den Händen halten, denn sehen Sie, dass die ganze Finanzierung mit dem gleichen Zins bis zum Schluss weitergerechnet wurde...  

...Auf Nachfrage können Sie auch eine längere Zinsbindung bekommen - vorausgesetzt, man hat sich mit dem Thema schon mal auseinander gesetzt. Aber auch da geschieht das Gleiche - es wir nach Auslauf der Zinsfestschreibung exakt mit dem selben heutigen Zins weitergerechnet, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. 

Aber was passiert, wenn die Zinsen wieder ansteigen. 10 oder 15 Jahre sind eine lange Zeit. Es ist durchaus denkbar - und die Bestrebungen z.B. der EZB laufen ja auch dahin - das zwar nicht kurzfristig - aber mittel und langfristig das Zinsniveaus wieder ansteigt. Aber was passiert dann? Das sehen Sie erst dann, wenn man einen höheren kalkulatorischen Anschlusszins (Planungszins)  in die Kalkulation mit einbezieht. Bis vor einem Jahr haben wir immer noch mit einem Anschlusszins von 6% bis 7% gerechnet. Aus heutiger Sicht empfehle ich, den Anschlusszins mindestens auf 5% zu setzen - das ist sicher ein realistischer Wert - aber nicht einmal ein absolutes worst case, denn es ist gar nicht so lange her, als das Zinsniveau noch über 5% lag. Warum sollte das in absehbarer Zeit nicht wieder erreicht werden?

Ein Beispiel soll zeigen was passiert, wenn das Zinsniveau nach 10 Jahren wieder auf 5% angestiegen ist. In dem folgenden Video können Sie das ganze Ausmaß dieses Szenarios nachvollziehen - starten Sie einfach das Video und vergrößern Sie das Bild:

Sie sehen, gerade die Niedrigzinsphase birgt auch eine große Gefahr (höhere Anschlussraten) und die Finanzierung könnte doch nicht so preiswert werden, wie man sich das gedacht hat.  Das sollte man bei der Planung der Finanzierung mit berücksichtigen. Deshalb ist eine umfassende Beratung gefragt bei der bei Bedarf ein oder mehrere passende Konzepte entwickelt werden, die diese Gefahren von vornherein eindämmen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

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Kommentare: 2
  • #1

    Robert Förster (Montag, 03 November 2014 13:47)

    Hallo,
    wir haben auch schonmal ein Finanzierungsbeispiel zusammen mit meiner Bank gerechnet - wo wir neben der 10-jährigen Zinsbindung parallel einen Bausparvertrag besparen. Der löst dann nach 10 Jahren den Baukredit ab - die Restschuld - und es wird dann nur noch der Bausparer (mit fester Zinsbindung - derzeit um die 1,5 %) abgezahlt. Herr Ziegler, vielleicht können Sie dies als Rechenbeispiel vorstellen.

    Ich fand das eine faire und vor allem kostentransparente Finanzierung. Anstatt darauf zu hoffen, dass die Zinsen nach 10 Jahren nicht allzu hoch gestiegen sind.

    Gruß

  • #2

    finanzierung-mit-gewinn (Montag, 03 November 2014 18:11)

    Mit diesem Beitrag sollte erst einmal nur darauf hingewiesen werden, welche Gefahren lauern, wenn man die mögliche Zinsentwicklung außer Acht lässt. Viele Bankberater weisen nicht darauf hin.
    Selbstverständlich biete ich bei meinen Beratungen mehrere Gegenstrategien an. Unter anderem auch die Absicherung durch einen Bausparvertrag. Mittlerweile kann sich das recht gut rechnen (das war bei höheren zinsen nicht so) - ist aber nicht für jeden immer die beste bzw. alleinige Lösung, da die monatliche Belastung bei solch einer Variante recht hoch sein kann oder man muss das ganze strecken, dann ist der positive Effekt wieder futsch. Es gibt jedoch noch einige andere Möglichkeiten, wie man der Zinsfalle entkommen kann und obendrein noch Zinsen sparen kann. Meist ist ein Mix aus mehreren Finanzierungsbausteinen die beste Lösung, um z.B. auch die Förderkredite optimal nutzen zu können, die nur einige Banken anbieten oder auch um die steuerlichen Möglichkeiten besser auszunutzen. Ein ehrlicher Variantenvergleich mit Ausweis der Folgeraten und der Gesamtkosten hilft dabei ungemein, um zu der bestmöglichen Lösung zu kommen. Das können Sie in jedem Fall von mir erwarten. Gern kann dann die bisher bevorzugte Bankenlösung dagegen gestellt werden.

    Beste Grüße
    Ihr Rolf Ziegler