Erneute Zinssenkung der EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für die Europäische Union um 0,10% auf 0,15% gesenkt. Außerdem wurden weitere unkonventionelle Maßnahmen angekündigt, die um Laufe des Jahres umgesetzt werden sollen.

Ferner wurde erstmals in der Geschichte der EZB ein wichtiger Zins...

...der sogenannte Einlagenzins , unter 0 % auf minus 0,10 % gesenkt. Mit dem Einlagenzins können Geschäftsbanken bei Notenbanken ihre eigenen Einlagen anlegen - das sind praktisch die Gelder, über die die Geschäftsbanken verfügen könnten (z.B. zur Kreditvergabe an Unternehmen), was aber zunehmend weniger passiert. Somit haben wir erstmals in der Europäischen Union einen Negativzins. Dieser soll also die Geschäftsbanken dazu zwingen, ihre Einlagen wieder in den Markt zurückzuführen. Somit soll erreicht werden, dass die Wirtschaft durch "künstlichen" Konsum angekurbelt wird. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten. Einen Nebeneffekt hat aber die Maßnahme. Diese Entscheidung der EZB drückt den Euro-Kurs an den Devisenmärkten und das kann zu positiven Auswirkungen auf den Export führen.

Aber EZB-Chef Draghi hat noch eine Geheimwaffe für die Aktivierung der Wirtschaft im Köcher, die sogenannte "Dicke-Bertha-Kreditkanone".  Damit will die EZB den Geschäftsbanken im September und im Dezember die Gelegenheit geben, sich jeweils Geld zu leihen für eine Laufzeit von 4 Jahren. Das gab es schon einmal. da konnten die Banken mit dem Geld machen was sie wollten. Jetzt sollen die Gelder allerdings zweckbestimmt werden. Z.B. soll ausgeschlossen, dass mit den Mitteln öffentliche Haushalte finanziert werden oder Immobilienkredite damit ausgereicht werden. Das Geld soll den Unternehme zu Gute kommen, die bisher kaum Zugang zu frischen Geldern hatten. Es wird insgesamt mit einem Volumen von 400 Milliaren Euro gerechnet mit dem Ziel die Wirtschaft nachhaltig anzukurbeln und die Deflation damit zu bekämpfen. Der Sparer soll hingegen nicht enteignet werden. heißt es - auch wenn es de facto der Fall ist.

Es ist jedoch schon jetzt erkennbar, dass weder die Leizinssenkung noch die Geld-Kanone einen großen Einfluss haben auf die Konditionen der Immobilienkredite, denn die Preissenkung war in den letzten Wochen bereits in den Markterwartungen enthalten. Es gilt also in der jetzt beginnenden Sommerzeit sich die momentan historisch niedrigen Zinsen zu sichern für diejenigen, die einen Immobilienerwerb oder Neubau planen und für diejenigen, die in absehbarer Zeit eine Anschlussfinanzierung benötigen.

 

 

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