Rückblick für 2018 und Ausblick für 2019

Die Zinsausschläge 2018 warn sehr moderat. Der Zinssatz der 10-jährgen Hypothekenpfandbriefe (das ist der Zinssatz, den die Banken am Markt bezahlen, um sich Geld zur Ausreichung von Hypothekenkrediten leihen) startete recht tief und hatte schon am 08.01.2018 den tiefsten Stand in 2018 erreicht (0,93%). Danach ging es hoch auf 1,21% bis zum 15.02.2018 - das war dann für 2018 auch schon der Höchststand. Danach pendelte der Zinssatz immer zwischen...

...0,94% - das wurde am 21.08.2018 nochmal erreicht und 1,14% - da waren wir wieder am 08.10.2018. Zur Zeit liegt das Niveau der 10-jährigen Hypothekenpfandbriefe bei 1,01% - also auch eher im günstigeren Bereich. Ähnlich sieht es bei den 15-jährigen Hypothekenpfandbriefen  aus, da lag der Bereich zwischen 1,37%  am 09.01.2018 und 1,61% am 16.02.2018. Aktuell liegt dieser Zinssatz bei günstigen 1,39%.

Das heißt, wer in 2018 eine neue Finanzierung brauchte, wurde zinsmäßig immer noch sehr gut bedient - zur Zeit liegt das Zinsniveau immer noch in den günstigen Bereichen, die wir seit Ende 2014 kennen.

Die große Frage ist nun - wird das noch länger so bleiben - und wenn ja, wie lange noch? Diese Frage kann natürlich niemend sicher beantworten. Die Prognosen der Marktteilnehmer sind da auch recht differenziert, deshalb versucht ich mal die allgemeine Stimmung zusammenzufassen:

  • Der Markt wurde durch massive Anleiheankäufe mit frischem Geld geflutet (bisher insgesamt ca. 2,6 Billionen Euro) - dieses Programm läuft Ende des Jahres 2018 aus. Das bedeutet aber nicht, dass die EZB dann gar keine Wertpapiere mehr erwirbt. Ab Januar werden sicher Gelder aus fällig gewordenen Anleihen wieder in neue Titel gesteckt. Der Markt bleibt also flüssig.
  • Experten rechnen damit, dass die EZB frühestens im Herbst 2019 ihre erste Zinserhöhung seit 2011 vornehmen wird. Jedoch wird auch diese Zinserhöhung moderat ausfallen.
  • Ob die Zinsen wieder erhöht werden, hängt natürlich auch von der Konjunktur ab. Wenn sich die Konjunktur europaweit eintrüben sollte, dann ist auch nicht mit einer Zinserhöhung zu rechnen bzw. diese wird sich weiter nach hinten verschieben.

Wenn man Umfragen unter den Experten Glauben schenken kann, dann erwarten die Mehrzahl  dennoch einen Zinsanstieg im Laufe des Jahres 2019 zwischen 0,25% und 0,5%, nur wenige erwarten gar keinen Zinsanstieg. Insofern könnte man schlussfolgern, dass 2019 das Jahr sein wird, in dem man sich langsam aber sicher von der Talsohle wegbewegt - spätestens dann, wenn sich die EZB zur ersten Erhöhung des Basiszinses entschließt. Negative Entwicklungen in der Konjunktur und auf den Finanzmärkten können das aber, wie schon gesagt, auch noch etwas hinanuszögern.

 

Was bedeutet das für die Kreditnehmer? Auch 2019 wird noch ein Jahr werden, wo man  immer noch günstige Kredite bekommen wird. Wenn es passt sollte man zulangen.

 

Bei der Objektauswahl hat man in Berlin und Umland leider keine große Objektauswahl mehr. Insofern muss man als Immobilienkäufer immer schauen, dass man überhaupt etwas passendes findet. Und wenn man etwas gefunden hat ist es wichtig, schnell zu sein, durchzurechnen ob es passt und schon recht früh (wenn die Immobilie passt) zu entscheiden und dem Verkäufer bzw. Makler zu signalisieren, ob man kaufen kann oder möchte oder nicht. Bei diesem Prozess kann ich Sie tatkräftig unterstützen - insofern stehe ich bereit, um Ihnen dabei bestmöglich zu helfen.

 

Wie könnte es langfristig weitergehen? Da kann man nur in die Glaskugel schauen und die sagt bei mir, dass es noch mindestens ein Jahr dauert, aber ab da könnte es wieder moderat aufwärts gehen.

Und wenn es dann jährlich nur ca. 0,25% sein sollten, so sind das in 4 Jahren schon ein ganzes Prozent. Wenn es jährlich 0,5% werden, dass sind das schon ganze 2% in 4 Jahren - dann wäre das schon eine Verdopplung der Zinsen. Ich denke irgendwo dazwischen könnte das sich schon bewegen.

 

Was bedeutet das für schon bestehende Darlehen, wo in 1 - 5 Jahren eine Anschlussfinanzierung ansteht?  Je näher die Anschlussfinanzierung rückt, umso eher sollte man das Ganze mal durchrechnen:

  • Vor allem, wenn die Anschlussfinanzierung in weniger als einem Jahr ansteht, denn da sind die Zinsaufschläge nur noch sehr gering oder bei einigen Anbietern gar nicht mehr fällig. 
  • Ist eine Anschlussfinanzierung in 1-3 Jahren fälig, sollte man das in den nächsten Monaten durchrechnen und dann entscheiden. Je länger man wartet und sich die Zinsen nicht erhöhen, um so geringer fallen die Zinsaufschläge aus - um so günstiger ist also der Anschlusszins, den man sich jetzt schon sichern kann.
  • Sind es noch mehr als 3 Jahre hin bis zur Anschlussfinanzierung, dann sollte man noch abwarten. Um sich für diesen langen Zeitraum jetzt schon die Zinsen zu sichern, dazu sind die zu zahlenden Zinsaufschläge noch zu hoch.

Das erste Halbjahr 2019 werde ich dazu nutzen, um mir die Anschlussfinanzierungen anzuschauen, die in meinem Bestand in den nächsten Jahren fällig werden. Viele Banken werden Ihnen schon sehr früh entsprechende Angebote machen. Es hat sich herausgestellt, dass diese Angebote in der letzten Zeit nicht sehr günstig waren. Insofern hat es sich bisher immer gelohnt, das nochmal mit den allgemeinen Marktkonditionen gegen zu checken. Dabei kann man Zinsunterschiede von 0,5% und mehr erzielen.

 

Gern können Sie diesbezüglich auf mich zukommen.

 

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